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16.4.2008 von Thilo Nordmeyer.
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16.4.2008 von Thilo Nordmeyer.
Vor kurzem erschien bei Spiegel-online ein Artikel, der vielen Studenten direkt aus der Seele sprechen dürfte. Es geht darin um eine Studentin namens Julia, anhand deren Beispiels ein Querschnitt über die Probleme von Studenten, die ohne einen komfortablen finanziellen Background auskommen müssen. Vergessen wir mal die Frage, ob es sich um einen realen Fall oder um eine Abstraktion handelt, die beschriebenen Probleme sind real und decken einen Trend auf, den man nicht ignorieren sollte.
In den letzten Jahren wurde es für sozial schwächere Schulabgänger immer schwierige ein Studium zu finanzieren. Da wären die Studiengebühren, die sich in vielen Ländern auf über 600€ pro Semester belaufen, da wären die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die unbezahlten Praktika, die schlecht bezahlten Studentenjobs. All das würde sich zwar durch eine vernünftige Hilfestellung von Seiten des Staates abfedern lassen, diese fehlt aber gänzlich. Wer schon einmal Bafög beantragt hat, kennt die vielen Klippen, die es für einen erfolgreichen Antrag zu umschiffen gilt. 40 000 Fälle von Bafög Betrug wurden in den letzten Jahren gezählt, eine Zahl deren Ursprung nicht ausschließlich auf die Habgier von Studenten zurückzuführen ist. Viele Antragssteller bräuchten das Geld, kriegen es aber einfach nicht bewilligt, wobei man die Zahl der banalen Betrugsfälle nicht herunterspielen, da diese eine besondere Form des asozialen Verhaltens darstellen. Die viel gepriesenen Studienkredite sind viel zu hoch verzinst, um eine ernsthafte Option zu sein.
Das führt dazu, dass viele Studenten, und nicht nur die Kinder von Hartz IV Empfängern, schlecht bezahlte Jobs annehmen, um überhaupt irgendwie über die Runden zu kommen, dass ihnen das Nachteile bringt lässt sich nur schwerlich leugnen.
Natürlich sind Lehrjahre keine Herrenjahre, aber müssen sie deswegen gleich zu Hundejahren werden? Studieren wird zum Luxus, den sich viele bald nicht mehr leisten können, wenn der Staat seine Förderung von „sozial schwachen“ Studenten nicht grundlegend überdenkt. Und das muss er. Kein Staat kann es sich erlauben einen so großen Teil der Bevölkerung beim Studium zu derart zu benachteiligen, aber genau das haben alle „Hochschulreformen“ der letzten Jahre getan. Sie stellen eine Art der finanziellen Selektion dar, die ein Sozialstaat eigentlich nicht vertreten sollte. Schließlich kann er es sich auch nicht leisten, auf diese Studenten zu verzichten. Er verzichtet damit auf Wettbewerb und Fachwissen, an dem es ja offensichtlich jetzt schon fehlt.
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