Sie befinden sich aktuell in den jourBLOG Blog-Archiven für den folgenden Tag 22.4.2008.
22.4.2008 von Thilo Nordmeyer.
Wenn jemand die deutsche Serie nach oben gebracht hat, dann ist es Alexandra Neldel.
Die heute 32-jährige Schauspielerin war Hauptdarstellerin der Sat.1-Telenovela «Verliebt in Berlin», das hässliche Entlein Lisa Plenske, und bescherte damit dem Berliner Privatsender enorme Einschaltquoten am Vorabend. Nach ihrem Abtritt brach die Serie wie ein Kartenhaus zusammen, auch die im Anschluss daran programmierte zweite Telenovela «Schmetterlinge im Bauch» scheiterte. Das Image der deutschen Serie ist beschädigt, der Name Alexandra Neldel indes nicht. Jetzt wagt die gebürtige Berlinerin, die einst bei «Gute Zeiten, schlechte Zeiten» (RTL) begann, einen Neustart. Nicht nur ihre persönliche Stärke lässt sich an dem Projekt messen, sondern auch die des Senders ProSieben, der mit Neldel die Serie «Unschuldig» produzieren ließ. An diesem Mittwoch (20.15 Uhr) zeigt ProSieben die erste von zwölf geplanten Episoden. Die Kriminalgeschichten gehen mit einer hohen Hürde ins Rennen, denn die gerade ausgelaufene Staffel «Desperate Housewives» erzielte mit ihrer letzten Folge auf dem Sendeplatz in der Woche zuvor 19,1 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen Zuschauer.
Hinzu kommt, dass Serien made in Germany meist im Gegensatz zu Produkten aus Hollywood beim ProSieben-Publikum einen schweren Stand haben. Alle seriellen Eigenentwicklungen des Senders, mit Ausnahme der frühen Krimireihen «Alles außer Mord» und «Die Straßen von Berlin», fanden nur mäßige Publikumsresonanz, ob es nun «Jets - Leben am Leben», «Mallorca», «Lotta in Love» oder «Alles außer Sex» war. Der letzte große Rückschlag war die Großstadtserie «Verrückt nach Clara», die vor einem Jahr schon nach zwei Folgen ins Spätprogramm verschoben werden musste.
Auch für die Produktionsfirma Teamworx, die durch ihre aufwendig inszenierten «Event»-Filme wie «Die Sturmflut» (RTL), «Dresden» (ZDF) und «Die Luftbrücke» (Sat.1) in der Branche bekannt und populär geworden ist, stellt «Unschuldig» eine echte Bewährungsprobe dar. Denn so sehr Teamworx mit seinen fiktiven Großproduktionen eine dominierende Rolle im deutschen TV spielt, so wenig ist es es ihr bieher gelungen, sich im Genre Serie zu etablieren. Neben «Verrückt nach Clara» erfüllte bei RTL auch die Teamworx-Produktion «Verschollen», die dem US-Original «Lost» (lief auf ProSieben) nachempfunden war, nicht die Erwartungen.
Neldel gehört in «Unschuldig» einem dreiköpfigen Team von Ermittlern an, das zu Unrecht im Gefängnis sitzenden Menschen hilft. Die Rechtsanwältin Anna Winter (Neldel) wird dabei unterstützt vom ehemaligen Polizisten Marco Lorenz (Clemens Schick), der nicht vor kleinen Erpressungen und Einbrüchen zurückschreckt, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen, und es sich in Gesellschaft schöner Frauen gerne gut gehen lässt. Der dritte im Bunde ist der eher zurückhaltende Krebsforscher Dr. Sebastian Krüger (Erhan Emre), der die Teamarbeit mit wissenschaftlichen Methoden unterstützt, aber unter zermürbender Schlaflosigkeit leidet.
Im ersten Fall geht es um den Mord an einer Frau, für den ihr Ehemann, Jürgen Naumann, hinter Gitter kam. Die Polizei hatte die Tote in einem Hotelzimmer gefunden. Die drei rollen den Fall neu auf und entdecken auf der Überwachungskamera des Hotels, dass noch vier Stunden vor dem Ehepaar Naumann eine andere Bewohnerin in dem Hotelzimmer residierte, die Frau Naumann sehr ähnlich sah. Also eine Verwechslung? Für das Gericht, das Jürgen Naumann verurteilt hatte, war der Fall offenbar eine Nummer zu groß. Auf die simple Idee, einen Blick auf den Film der Überwachungskamera zu werfen, war die Justiz zuvor nicht gekommen. Sonst müsste es ja nicht das Team aus «Unschuldig» geben.
Geschrieben in Nordmeyer | Drucken | Keine Kommentare »
22.4.2008 von Thilo Nordmeyer.
Mit der Live-Show zum 80. Geburtstag von Karlheinz Böhm startet der frühere RTL-Moderator Markus Lanz an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) seine Karriere beim ZDF.
«Natürlich bin ich ein bisschen nervös, ich freue mich aber auch darauf», sagt Lanz, der den früheren Schauspieler Böhm und sein jahrzehntelanges Engagement in Äthiopien sehr schätzt. «Ich kenne Äthiopien durch mehrere Reisen, ich mag dieses Land sehr. Ich freue mich darauf zu ergründen, wie aus einem ursprünglich geplanten dreiviertel Jahr ein halbes Leben werden konnte.»
Mindestens drei große Shows im Jahr will der 39-jährige Lanz moderieren. Im Sommer wird der bisherige Redaktionsleiter des RTL-Boulevard-Magazins «Explosiv» außerdem in Vertretung von Johannes B. Kerner den Talk am späten Abend gestalten. Erstmals am 6. Juni heißt es dann freitags gegen 23.00 Uhr nicht mehr «Kerner kocht», sondern «Lanz kocht».
Auf die Begegnung mit Köchen wie Kolja Kleeberg oder Sarah Wiener freut sich Lanz: «Spitzenköche sind faszinierende Persönlichkeiten, die haben alle mehrere Leben. Deswegen bereichern sie auch das Fernsehen.» Die Branche sei ihm vertraut: «Ich habe eine große Nähe zur Gastronomie, weil ich ein Gastronomie-Sklave war. Als Student und vor dem Abitur habe ich als Tellerwäscher und Kellner gearbeitet. Böse war das.»
Privat schwingt der gebürtige Südtiroler allerdings selten den Kochlöffel. Der Grund sei Faulheit, gibt er zu. «Kochen selber finde ich spannend, aber was ich ganz schlimm finde, ist das Einkaufen der Zutaten!» Doch zumindest eine Sache beherrscht er zur Freude seines siebenjährigen Sohnes Laurin Luis: «Ich bin ein hervorragender Waffelbäcker, aber dabei belassen wir es auch.» Der Sohn stammt aus der Beziehung mit RTL-Moderatorin Birgit Schrowange. 2006 trennte sich das Paar. Lanz beschreitet nun den umgekehrten Lebensweg wie seine Ex-Lebensgefährtin, die einst vom ZDF zu RTL wechselte.
Lanz, der sein Abitur an einem humanistischen Gymnasium abgelegt hat, würde beim ZDF gerne Wissens-Shows moderieren etwa zu Bildung oder Geschichte. Angesichts der Konkurrenz aus dem Internet müsse das Fernsehen mehr bieten als Vergnügen. «Wenn es das Fernsehen nicht schafft, für die Zuschauer relevant zu bleiben, wird es sich selbst erledigen; das muss über reine Bespaßung hinausgehen», sagt Lanz, der sich in dieser Hinsicht beim ZDF gut aufgehoben fühlt. «Es gibt auch eine Welt jenseits von Dieter Bohlen.»
Bei den Themen sieht er keine großen Unterschiede zu RTL: Hier fischten alle im selben Teich. «Es geht vielmehr darum, sie neu zu bewerten, und ich glaube in dem Zusammenhang wird sich dieser ganze Promi-Irrsinn bald von selbst erledigen. Ob Britney Spears Blähungen hat oder nicht, wird bald nur noch sie selbst interessieren. Dafür werden die, die etwas zu sagen haben, wichtiger», sagt Lanz.
Bewunderung hegt Lanz für Thomas Gottschalk. «Er ist einer der wenigen, die für wirklich familienaffine Unterhaltung stehen. Der Rest flüchtet sich in Zynismus. Und ich weiß, dass er nach wie vor großen Spaß hat an dem, was er da tut.» Dass er selber mal «Wetten, dass..?» übernimmt, kann er sich dennoch nicht vorstellen. «Ich bin mit ‘Wetten, dass..?’ groß geworden, Elstner und Gottschalk gehören zu meinen Helden. Ich würde aber für mich persönlich ausschließen, dass es jemals zu ‘Wetten, dass..?’ geht.»
Geschrieben in Nordmeyer | Drucken | Keine Kommentare »
22.4.2008 von Thilo Nordmeyer.
Mit einem Sprung an einem aus 18 500 Kondomen geflochtenen Seil hat der Südafrikaner Carl Dionisio weltweit die Bungee-Jumper in Staunen versetzt.
Der 37-Jährige aus Durban erklärte der Zeitung «Sunday Tribune» nach dem Sprung aus 30 Metern Höhe in einem Einkaufszentrum, er habe allein fürs Zusammenknoten der Präservative fast vier Monate gebraucht. «Es war schwierig, weil die Kondome so rutschig waren. Jedes Mal, wenn wir sie verknoteten, rutschten sie wieder heraus.» Obwohl er kaum Zweifel an der Elastizität des Seils gehabt habe, hätte ihm der Gedanke an den Sprung aber fast einen Monat lang Unbehagen bereitet.
Geschrieben in Nordmeyer | Drucken | Keine Kommentare »