Archive für 23.4.2008

Sat.1 strukturiert Programmbereiche neu

Christoph Bürge wird im August Entertainmentchef Edda Kraft übernimmt Mitte Mai die Bereichsleitung Infotainment

 

Sat.1 strukturiert Mitte Mai die bisherigen Programmbereiche Unterhaltung und Teile der Information neu. Im Bereich Entertainment werden künftig Show, Comedy und die werktägliche Daytime verantwortet. Neuer Leiter Entertainment wird ab August Christoph Bürge (45). Bis zu seinem Jobantritt liegt die Entertainment-Leitung kommissarisch bei Matthias Alberti.

Die bisherige Sat.1-Unterhaltungschefin Edda Kraft (50) ist ab 15. Mai 2008 Leiterin Infotainment. In ihrem neuen Programmbereich fasst Sat.1 die extern produzierten Magazine, die Dokusoaps und serien, die Drittsendeverpflichtungen und die Late Night Show zusammen. Sie berichtet an Dr. Torsten Rossmann, Geschäftsführer. Matthias Alberti, Vorsitzender der Geschäftsführung: “Mit der Präzisierung der Programmbereiche setzen wir die Erneuerung von Sat.1 auch strukturell fort. Wir erhöhen die Geschwindigkeit, mit der wir Programmideen on air bringen können und verstärken uns in Genres, in denen wir künftig stärker punkten wollen. Wir liegen im aufgelaufenen Jahr bei 11 Prozent Marktanteil beim werberelevanten Publikum. Das ist eine gute Basis um den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Ich freue mich, dass Edda Kraft das Infotainment verantwortet. Mit Christoph Bürge habe ich im Vorfeld sehr viele, intensive und gute Gespräche geführt. Ich bin sicher, dass er eine Bereicherung unseres Teams ist.” Christoph Bürge ist derzeit Geschäftsführer SBS Rumänien. Er leitet somit u.a. die Sender Prima TV und Kiss TV sowie verschiedene Radiosender. Der gebürtige Badener (Schweiz) hat zu Beginn seines Berufslebens Events konzeptioniert und organisiert, war Promoter von Rockkonzerten und Assistent bei diversen Filmproduktionen. Von 1999 bis 2001 arbeitete er als Programm-Direktor der TV3 AG in Zürich. Ab 2002 beriet TV2 in Ungarn in strategische Fragen und war dann 2003/04 Kreativ-Direktor bei TV 2. Im Anschluss fungierte er ein Jahr als Entwicklungschef beim Schweizer Fernsehen in Zürich, bevor er 2005 für die SBS Gruppe nach Bukarest ging.

Yahoo! mit Gewinn über Erwartung

Der in einen Übernahmekampf mit Microsoft verstrickte Internet-Konzern Yahoo! hat zum Jahresauftakt besser abgeschnitten als erwartet. Der Gewinn je Aktie (Non-GAAP) habe wie schon im entsprechenden Vorjahreszeitraum bei 11 US-Cent gelegen.

Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Sunnyvale mit. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 9 Cent gerechnet. Der Umsatz ohne die Gebühren für Werbung (TAC) kletterte den Unternehmensangaben zufolge um 14 Prozent auf 1,352 Milliarden Dollar. Hier hatten die Experten nur 1,32 Milliarden Dollar erwartet.

Der Überschuss stieg im ersten Quartal dank eines einmaligen Beteiligungsgewinns deutlich von 142 auf 542 Millionen Dollar. Der Gesamtumsatz legte im Vergleich zum Vorjahr um knapp neun Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar zu. Die Aktie gewann im nachbörslichen Handel knapp ein Prozent auf rund 28,80 Dollar. Die guten Quartalszahlen erhöhen laut Beobachtern die Chancen für Yahoo! auf ein höheres Übernahmeangebot durch Microsoft.

Der Softwarekonzern will Yahoo! für ursprünglich knapp 45 Milliarden Dollar (28 Mrd Euro) übernehmen, um die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung zu brechen. Yahoo! lehnt die Offerte bislang als zu niedrig ab.

Microsoft deutete laut Medienberichten bereits an, die Offerte unabhängig von den Yahoo!-Zahlen nicht aufstocken zu wollen. An diesem Wochenende läuft zudem ein Ultimatum von Microsoft an Yahoo! aus: Gelingt bis dahin keine Einigung über den Kauf, plant der Windows-Konzern

Premiere weiterhin an Sat.1 interessiert

Obwohl ProSiebenSat.1 einem Verkauf von Sat.1 schnell eine Absage erteilt hat, lässt Premiere-Chef Michael Börnicke nicht locker. Nun hat er sein Interesse noch einmal bekräftigt.

Eigentlich schien das Thema schon längst erledigt zu sein, aber Premiere-Chef Michael Börnicke hat sein Interesse an dem Berliner Sender Sat.1 noch einmal bekräftigt. “In sechs bis zwölf Monaten sieht die Welt ganz anders aus”, zeigte sich Börnicke am Rande einer Veranstaltung der “Financial Times Deutschland” in Frankfurt zuversichtlich. Er setze auf einen Sinneswandel der ProSiebenSat.1-Großaktionäre KKR und Permira.

Ob dieser Sinneswandel aber tatsächlich kommen wird, ist äußerst fraglich. Die ProSiebenSat.1 Group hatte zuletzt etwaige Verkaufsabsichten ausdrücklich dementiert und als abwegig bezeichnet. Mit Sat.1 will Premiere ins frei empfangbare Fernsehen einsteigen und dauerhaft schwarze Zahlen schreiben. Börnicke sieht den Berliner Sender als ideale Ergänzung seines Konzerns. Zudem könnte Premiere beim Einkauf von Film- und Sportrechten von Größenvorteilen profitieren.

Börnicke geht außerdem davon aus, dass der Medienmogul Rupert Murdoch den Anteil seines Konzerns News Corp an Premiere von derzeit 22,7 Prozent weiter aufstockt. “Das hätte für mich Logik”, sagte Börnicke. “Dass er über 30 Prozent geht, das erwarte ich aber überhaupt nicht.”