Archive für April 2008

Die innere Sicherheit

Sie sind steckbrieflich gesuchte Staatsfeinde. Seit Jahren versteckt sich das Paar im Untergrund, verbirgt sich - als Touristen getarnt - hinter Sandburgen in Portugal oder in leer stehenden holsteinischen Häusern.

Als ehemalige RAF-Mitglieder gefährdeten die beiden einst die «innere Sicherheit» ihrer Heimat, nun fürchten sie im Debütfilm von Christian Petzold, der am Mittwoch um 22.25 Uhr bei 3sat läuft, gerade um dieses eigene Überleben. Das Drama schildert eindringlich und kühl den Versuch der «Helden», in den Alltag zurückzukehren.

Erzählt wird vor allem vom Innenleben, von den Hoffnungen und Träumen des Paares Clara (Barbara Auer) und Hans (Richy Müller) und seiner 15-jährigen Tochter Jeanne (Julia Hummer). Brasilien heißt deren Ziel, dort soll mit neuen Identitäten nach Jahren der sozialen Isolation auch für die kontaktschwache Jeanne ein besseres Leben beginnen. Doch bei einem Einbruch in eine Wohnung an der portugiesischen Küste verliert die Familie ihre verbliebenen Ersparnisse und alle Papiere. In Deutschland hofft sie auf die Unterstützung alter Sympathisanten, die sich allerdings von den Idealen vergangener Tage gelöst haben.

So bleibt das Paar Gefangener seiner Vergangenheit, während die unschuldige Tochter endlich versucht, die selbst angelegten Ketten zu sprengen. Ihre Träume stehen im krassen Gegensatz zu den verblassten Utopien der Eltern. Die Halbwüchsige verliebt sich in einen jungen Surfer - auf Kosten der Tarnung ihrer Familie.

Christian Petzolds Film «Innere Sicherheit» wirkt wie eine ideale Ergänzung zu Volker Schlöndorffs ähnlich gelagertem Terrorismus-Drama «Die Stille nach dem Schuss». Auch das Debütwerk will das Leben außerhalb der Norm beleuchten und die Sehnsucht nach Normalität beschreiben. Dabei bleiben Petzolds Bilder eiskalt und ruhig, seine Geschichte wird unaufgeregt und unspektakulär, ohne Parolen und Phrasen, aber präzise erzählt. Der Terror und die Revolution, die die Vergangenheit beherrschten, findet zwischen den Bildern statt. Für Petzold, 1960 geboren, zählt der Mensch, nicht der Mythos.

Peter Bond will nicht mehr moderieren

Fernsehmoderator und Schauspieler Peter Bond (55) hat zehn Jahre nach seinem Aus als Moderator der Sat.1-Spielshow «Glücksrad» keine Sehnsucht mehr nach einer regelmäßigen Arbeit vor der Kamera.

«Ich genieße meine Freiheit, eine tägliche Show käme für mich nicht mehr infrage», sagte Bond im südbadischen Herbolzheim (Kreis Emmendingen) der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Ich möchte nur noch Dinge machen, von denen ich wirklich überzeugt bin.» Als «Glücksrad»-Moderator habe er zu wenig von sich und seinen Talenten einbringen können.

Bond, der mit bürgerlichen Namen Peter Kielbassa heißt, hat die tägliche Rateshow von 1988 bis 1998 moderiert. Seit drei Jahren steht Bond gelegentlich für die ZDF-Krimiserie «Der Alte» vor der Kamera. Schlagzeilen machte er zuletzt durch seine schwierige finanzielle Situation. 2002 hatte Bond als FDP-Kandidat im Wahlkreis Wismar für den Bundestag kandidiert, war aber nicht gewählt worden.

 

 

US-Stars bei Premiere von «Speed Racer» in Berlin

Der in Potsdam gedrehte Blockbuster «Speed Racer» hat am Montagabend seine Europapremiere in Berlin gefeiert. Die Hollywoodstars John Goodman und Susan Sarandon, die in dem Film die Eltern eines Rennfahrers spielen, gingen über den roten Teppich im Sony Center am Potsdamer Platz.

Auch der Hauptdarsteller Emile Hirsch («Into the Wild») und seine Filmfreundin Christina Ricci waren ebenso dabei wie Nebendarstellerin Cosma Shiva Hagen. Die 130-Millionen-Euro-Produktion der «Matrix»-Regisseure Larry und Andy Wachowski war im vergangenen Jahr auf dem Gelände des Babelsberger Filmstudios gedreht worden. Der Actionstreifen zeigt mit großem technischen Aufwand waghalsige Autorennen in einer futuristischen Landschaft. Kinostart von «Speed Racer» ist der 8. Mai.