Archive für 13.5.2008

Kieling - Tierfilmer aus Leidenschaft

Seltene und vom Aussterben bedrohte Tiere hat der Tierfilmer Andreas Kieling für das ZDF aufgespürt.

In einer zweiteiligen Dokumentation mit dem Titel «Kieling - Expeditionen zu den Letzten ihrer Art» zeigt er unter anderem Leistenkrokodile, Asiatische Löwen und Berggorillas in ihrer natürlichen Umwelt. Die beiden je 45 Minuten langen Filme werden an diesem und dem nächsten Dienstag jeweils um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

Kieling (48), der seit über 15 Jahren Tierfilme - vor allem für ARD und ZDF - dreht, hat sich auf Nordkanada und Alaska spezialisiert. Dort nahm er unter anderem als erster unter Wasser einen Grizzlybären beim Tauchen auf. Nach eigenen Angaben verwendet er mehr Zeit darauf, die Tiere an sich gewöhnen, als für das Filmen. Mit einer Abenteurerausrüstung und einer High-Speed-Kamera, die bis zu 150 Bilder pro Sekunde belichten kann, machte er sich für den ZDF- Zweiteiler zu einer Reise rund um den Globus auf.

Im ersten Teil sind seine Stationen Australien, Kirgistan, Rumänien und Indien. In Australien leben die größten und aggressivsten Krokodile, die Salzwasserkrokodile oder Leistenkrokodile. Das größte jemals gefangene Tier war über 6,30 Meter lang. Die Wissenschaft geht aber davon aus, dass die Tiere noch weitaus größer werden. Kieling begibt sich auf eine abenteuerliche und lebensgefährliche Suche. Ein gemeinsamer Tauchgang ist der Höhepunkt seiner Begegnung mit den Krokodilen.

In Kirgistan will Kieling das Marco-Polo-Argali, das größte Wildschaf der Erde, finden. Ihr gewaltiger Kopfschmuck ist den imposanten Tieren zum Verhängnis geworden: Sportjäger aus aller Welt wollen diese Trophäe besitzen. Nur noch wenige hundert Tiere sollen heute noch leben. Kieling steigt mit einheimischen Führern ins Hochgebirge auf. Die nächste Station ist Rumänien, wo Braunbär und Wolf, die sonst in Europa fast ausgerottet sind, in Siebenbürgen noch weitgehend ungestört vom Menschen leben. Danach begibt sich Kieling in den Gir-Wald im nordwestlichen indischen Bundesstaat Guajarat, wo die letzte Population des Asiatischen Löwen lebt. Die einst über ganz Eurasien und Nordafrika verbreitete mähnenlose Löwenart ist heute auf rund 200 Tiere reduziert.

Im zweiten Teil seiner Reportage sucht Kieling die Letzten ihrer Art in Indonesien, Kanada und Ruanda. Zuerst spürt er dem Komodo- Waran nach. Die über drei Meter lange Echse kommt nur auf Komodo und den umliegenden kleinen Inseln vor. In der Gletscherwelt British Columbias in Kanada macht sich der Tierfilmer auf die Suche nach dem Blauen Bären, vom dem nur noch 100 Exemplare leben sollen. Das Farb- Gen, das für die blaue Fellfarbe sorgt, wird voraussichtlich bald so selten sein, dass es keine Blauen Bären mehr gibt. In den Bergregenwäldern im Grenzgebiet von Kongo, Ruanda und Uganda leben die letzten etwa 700 Berggorillas, zu denen Kieling bis auf 4000 Meter Höhe aufsteigt.

 

 

Nibelungen-Schatz in der ARD

Der Drachentöter Siegfried und der im Rhein versenkte Schatz der Nibelungen gehören zu den bekanntesten Elementen der Nibelungensage. Das zweiteilige ARD-Dokudrama «Der Schatz der Nibelungen» geht über Pfingsten auf die Suche nach dem historischen Kern der Sage.

Schriftlich fixiert wurde sie im 13. Jahrhundert im Nibelungenlied, doch die Sage ist viel älter und taucht in verschiedenen Varianten im gesamten europäischen Kulturkreis auf. Der Öffentlich-rechtliche Sender widmet sich heute (Pfingstmontag 17.45 Uhr) im zweiten Teil weiter dem historischen Stoff.

Zu den Fragen, die sich die Autoren André Meier und Jürgen Stumpfhaus stellen, gehören: Gibt es einen historischen Siegfried? Wo ist der Schatz? Wer waren die Burgunder, deren Untergang die Sage beschreibt, wirklich? Nach der Überlieferung besiegt Siegfried, der Königssohn aus Xanten, mit seinem Zauberschwert den Drachen Fafnir und wird durch ein Bad in dessen Blut unverwundbar. Nach der Eroberung des Schatzes hält er in der Königsstadt Worms um die Hand von Kriemhild an, der schönen Schwester der Herrscherbrüder Gunther, Gernot und Giselher. Auf Island umwirbt König Gunther mit Unterstützung des unsichtbaren Siegfried die bärenstarke Königin Brunhilde.

Die Orte der Erzählung sind klar benannt, auch einige der Personen sind historisch verbürgt. Der erste Teil des Dokudramas wurde an den Originalschauplätzen gefilmt, die das Nibelungenlied nennt: Island, Frankreich, Dänemark, Schweiz und Österreich. Zu Wort kommen ausgewiesene Nibelungenexperten aus Marburg, Wien, Worms und Zürich. Teil zwei beginnt nach der Ermordung Siegfrieds mit der Verbannung der Witwe Kriemhild vom Hof der Burgunder. Den Schatz versenkt Hagen im Rhein - 144 Ochsenkarren voller Gold und Edelsteine. Auf der Suche nach dem historischen Kern dieser Ereignisse gelangen die Autoren bis in das Zeitalter der germanischen Völkerwanderung zurück.

«Wir gehen aus von verschiedenen historischen Begebenheiten, die sich zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert nach Christus tatsächlich ereignet haben, sagt Regisseur André Meier. In dieser Epoche versuchten die Römer, ihre Grenzen zu verteidigen, während die germanischen Völker nach Gallien und in den reichen Süden vordrangen. Auch die Burgunder - im Epos mit dem Volk der Nibelungen gleichgesetzt - mussten ihr Stammesgebiet verlassen und zogen an den Rhein. Guntomar, Giesleherr und Godomar sind verbürgte burgundische Königsnamen und entsprechen offenkundig den Namen im Nibelungenlied.

Sowohl in der Sage als auch historisch wurden die Burgunder fast vollständig vernichtet. Im Nibelungenlied wird das Volk durch Kriemhild am Hof ihres neuen Gemahls Etzel verraten. Etzel ist der literarische Name des Hunnenkönigs Attila. Die historische Parallele ist die Katastrophe des burgundischen Stammes um 435. Als die Burgunder auf Beutezug in Gallien einfielen, wurden sie von den Hunnen gestoppt, die mit den Römern verbündet waren, und gnadenlos niedergemetzelt - über 20 000 Tote überliefern die Quellen.

Mit der Sage vom Nibelungengold erhielt die Suche nach dem Schatz immer wieder neuen Auftrieb. Ein bizarrer Höhepunkt wurde in den 30er Jahren erreicht: Naziführer Hermann Göring ließ einen riesigen Schwimmbagger bauen, um den Rhein nach dem Nibelungengold abzusuchen. Die Ausbeute waren magere 300 Gramm Rheingold. Selbst heute versuchen einzelne Abenteurer noch am alten Stromverlauf ihr Glück. Das Filmteam begleitet sie, von Eich am Rhein bis nach Neupotz. Hier wurde schon ein beachtlicher Schatz gehoben. Aber ist es der legendäre Nibelungenhort?

 

 

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