Neue ARD-Serie «Die Anwälte» mit Kai Wiesinger

Bei RTL wurde die Serie «Die Anwälte» im Januar dieses Jahres nach nur einer Folge wegen zu niedriger Quoten aus dem Programm genommen, in der ARD bekommt sie jetzt eine zweite Chance.

Von diesem Montag an werden die acht Folgen im Wochenabstand jeweils um 20.15 Uhr ausgestrahlt. In der Serie über eine Hamburger Anwaltskanzlei ist Kai Wiesinger in seiner ersten TV-Serienhauptrolle zu sehen.

Der von Wiesinger dargestellte Anwalt Sebastian Britten hat es besonders schwer: «Der nimmt jeden Fall ganz persönlich», sagte der Schauspieler zum Serienstart bei RTL. Für das Projekt hatte der Kölner Privatsender den «Edel & Starck»-Autor Marc Terjung gewonnen, Top-Regisseure wie Miguel Alexandre eingesetzt und ein Schauspielerensemble, zu dem neben Wiesinger noch Julia Bremermann, Carolina Vera, Alexander Held und Johann von Bülow gehören.

Wiesinger haben vor allem amerikanische Ensemble-Serien bewogen, hier einmal mitzuwirken. Sein bisher einziger Auftritt in einer deutschen Serie («Auf Achse» mit Manfred Krug) ist mittlerweile lange her. «Für mich ist das eigentliche Ziel erreicht, wenn die Fälle mehr zum Anlass werden und im Mittelpunkt die Entwicklung der Anwälte und ihrer Beziehungen miteinander stehen», sagt Wiesinger.

Gleich in der ersten Folge wird einiger Sprengstoff gelegt. Denn mit Johann von Bülow als Anwalt Thomas Welka stößt ein «Neuer» zur bisherigen Crew, für den Ehrgeiz und Erfolgsdenken die obersten Kriterien sind. So reißt er auch gleich den ersten Fall an sich: Ein Mann (Christoph Waltz) hat seine Frau erschlagen. Kollegin Dilek (Carolina Vera) hofft auf eine Bewährungsstrafe, aber Welka setzt auf Freispruch, weil der Mann in Notwehr gehandelt haben könnte.

Im Büro von Sebastian Britten sitzt eine alte Dame, die testamentarisch festlegen möchte, mit ihrem geliebten Hund beerdigt zu werden. Das ist nach der deutschen Friedhofsverordnung völlig unmöglich. Doch als die alte Dame in der Kanzlei plötzlich stirbt, sieht sich Britten moralisch verpflichtet, ihren sonderbaren «letzten Willen» doch noch gesetzeskonform zu erfüllen.

Die Anwälte der Kanzlei «Blum-Franzen-Britten» haben es mit großen Strafprozessen, aber auch mit heiklen Zivilrechtsfällen und skurrilen Mandanten zu tun. Sie haben Belastungsproben zu überstehen, bei denen neben Professionalität auch das intuitive Gespür für den richtigen Weg gefragt ist. Mit ihren unterschiedlichen Temperamenten sorgen sie für Überraschungen, und nicht immer lässt sich Berufliches vom Privatem trennen.

Nachdem RTL «Die Anwälte» abgesetzt hatte, reagierte Wiesinger empört und äußerte die Vermutung, die Serie sei zu gut für den Privatsender. Dem hielt RTL-Film- und Serienchefin Barbara Thielen nach dem Verkauf an die ARD entgegen: «Von der Qualität der ‘Anwälte’ waren wir immer überzeugt. Auch wenn die Serie von den RTL-Zuschauern nicht akzeptiert wurde, hat sie es mehr als verdient, dennoch ausgestrahlt zu werden.» Bei RTL hatte die erste Folge am 17. Januar in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49- jährigen Zuschauer lediglich einen Marktanteil von 10,7 Prozent erzielt - zu wenig für den Marktführer unter den Privatsendern.

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