Archive für Januar 2009

Sat.1 sucht den perfekten Mann

Reiten, tanzen, flirten, eiskalt duschen, Witze erzählen, Achterbahn fahren: Um 403 Frauenherzen zu erobern, müssen sich die Männer der neuen Unterhaltungsshow «Mister Perfect - Der MännerTest» einiges einfallen lassen.

Mit der 60-Minuten-Sendung geht der private Fernsehsender Sat.1 nun immer freitags um 21.15 Uhr auf Quotenjagd. Start ist an diesem Freitag (30. Januar).

Geplant sind zunächst neun Folgen. Das Konzept: Pro Show treten sechs männliche Kandidaten vor das Publikum. Dieses ist rein weiblich, es besteht aus 400 Frauen. Sie stimmen per Knopfdruck ab, welcher der Kandidaten der perfekte Mann ist und sich mit diesem Titel schmücken darf. Es gilt, in mehreren Spielrunden durch ganz spezielle Tests die Gunst der Damen zu gewinnen. Produziert wird die Show im Europa-Park im badischen Rust.

«Wir machen keine Single- oder Kuppelshow», sagt Alexander Mazza. Der 36-Jährige moderiert die neue Sendung, er steht erstmals für eine Sat.1-Show vor der Kamera. «Wir wollen eine Sendung mit Niveau», sagt er. Peinliche Anmachsprüche kommen ebensowenig auf den Bildschirm wie zweideutige Anbandelspiele. «Mister Perfect - Der MännerTest» soll sich damit von der Show «Mann-O-Mann» unterscheiden, mit der Sat.1 von 1992 bis 1996 männliche Kandidaten um die Gunst eines weiblichen Publikums buhlen ließ. Die Sendung mit Peer Augustinski hatte zumindest gegen Ende einen eher zweifelhaften Ruf.

Bei «Mister Perfect - Der MännerTest» haben die männlichen Kandidaten neben dem Publikum noch eine weitere Nuss zu knacken. Sie müssen die Jury überzeugen. Diese besteht aus der Schauspielerin und Sängerin Kim Fisher (39), Fernsehmoderatorin Britt Hagedorn (36) und TV-Darstellerin Jana Ina Zarrella (32).

«Unser Job ist es, den Herren Kandidaten richtig auf den Zahn zu fühlen und nachzuhaken, wo ihre wahren Stärken und Schwächen liegen», sagt die gebürtige Brasilianerin Jana Ina Zarrella. «Der schönste und stärkste Mann ist nicht der, den wir suchen.» Geprüft werde wie sich ein Mann in den unterschiedlichsten Situationen verhalte. Ob er charmant, ehrlich und treu sei.

«Wir testen die gesamte Bandbreite von Männern», sagte Jury- Mitglied Kim Fisher. «20-Jährige sind ebenso dabei wie 50-Jährige. Wir haben Singles, Verheiratete, Familienväter, Geschiedene und Alleinerziehende. Alles, was auf dem Männermarkt so rumläuft.» An den Erfolg der Show glaubt sie. «Die Geschichte Mann-Frau ist das, was jeden von uns sein ganzes Leben bewegt. Und es ist eine Geschichte, die rätselhafter, faszinierender und spannender nicht sein kann.»

Für Moderator Mazza bedeutet «Mister Perfect - Der MännerTest» ein Jahr nach seinem freiwilligen Ausstieg beim ARD-Boulevardmagazin «Brisant» die Rückkehr auf den Bildschirm. Erfahrung im Verkuppeln hat er. Neben «Brisant» hat er für die ARD unter anderem die Single- Show «Herzblatt» moderiert.

Für Sat.1 wird Mazza noch eine zweite Show präsentieren: «Die beste Idee Deutschlands». Gesucht werden Menschen, die etwas Außergewöhnliches erfunden haben.

Brüsseler Internet-TV-Projekt für Bürgernähe

Das Ziel heißt Bürgernähe. Mit einem eigenen TV-Kanal in 22 Sprachen wollen die EU-Abgeordneten bis in den letzten Winkel Europas vordringen. Das Europäische Parlament lässt sich den Internet-Sender namens «EuroparlTV» jährlich neun Millionen Euro kosten.

Was bislang fehlt, sind die Zuschauer. Seit dem Start im September klickten gerade einmal rund 150 000 Internet-Nutzer in die Bilder aus dem Parlament, das in Straßburg und Brüssel tagt.

Zum Vergleich: Auf der Plattform YouTube sehen sich täglich Millionen Menschen Videos an. Dabei muss sich der Erfolg von «EuroparlTV» möglichst rasch einstellen, denn der Kanal soll mithelfen, mehr Menschen für die Europawahl am 7. Juni zu begeistern - vor fünf Jahren wählte nicht einmal jeder zweite EU-Bürger.

Das Programm des Parlaments-TV sorgt jedoch bislang noch für wenig Begeisterung - gezeigt werden Interviews, Reden und Dokumentationen. Die Macher sind sich der medialen Außenseiterrolle bewusst. «Das ist kein MTV», meint ein Sprecher mit Blick auf den internationalen Musiksender.

In der Politik sind die Ansprüche aber dennoch groß. «Das Ziel ist, die hundertfache Zahl von Nutzern zu erreichen», sagt der spanische Vizepräsident des EU-Parlaments, Alejo Vidal-Quadras. Statt 150 000 Zuschauern in vier Monaten wären das hochgerechnet dann 150 000 an jedem Tag.

Dafür will der Internet-Sender vom Februar an kräftig die Werbetrommel rühren. «Wir werden eine Marketing-Kampagne starten. Das ist ein guter Moment dafür», sagt ein Projektsprecher. «Wenn die Leute sich das Programm angucken, dann doch vor den Wahlen.»

Korrespondenten von europäischen Medien in Brüssel hegen jedoch Zweifel an der Unabhängigkeit des Senders. Laut Satzung soll das Programm die Meinungsvielfalt im Parlament «unter angemessener Beachtung der jeweiligen Stärke der Fraktionen» widerspiegeln. Nach diesem Schema würden die Konservativen und die ebenfalls gut vertretenen Sozialisten besonders viel Sendezeit erhalten. «Das ist ein Widerspruch - diese Klausel hat da nichts zu suchen», kritisiert der Präsident der Vereinigung der internationalen Presse (API) in Brüssel, Lorenzo Consoli.

In Deutschland gibt es hauseigenes Bundestags-TV im Internet schon seit 2001, Werbung wurde dafür noch nie gemacht. «Die Zuschauerzahlen sind für uns ein Zeichen, wie das politische Interesse da ist», sagt die Chefin des Parlaments-Fernsehens, Maika Jachmann, in Berlin. Und für gewöhnlich halte sich das in Grenzen. Immerhin wurden die Videos 2008 von rund drei Millionen Nutzern angeklickt - Tendenz steigend. Zu den Kosten für die Filmproduktion, an der in Sitzungswochen bis zu 14 Mitarbeiter beteiligt sind, will sich Jachmann nicht äußern.

Für «EuroparlTV» arbeiten sogar mehr als 50 Kameraleute, Journalisten, Producer und Übersetzer. Österreichische Journalisten rechneten aus, dass eine Stunde Programm bisher rund 60 000 Euro kostete. Solche Rechenspiele lassen Parlaments-Vize Vidal-Quadras jedoch kalt: «Verglichen mit einem möglichen Publikum von fast 500 Millionen EU-Bürgern sind das sehr geringe Kosten.»

Neben der Produktion fließt das meiste Geld nach Angaben der Brüsseler TV-Macher in den Betrieb eines Servers mit eigener Internetadresse. Die Filme auf der Webseite des Bundestags sind hingegen schwerer zu finden - von einer eigenen Homepage hält man in Berlin nichts. Die Internetseite des Bundestags und das Parlaments- TV gehören in Berlin zusammen, betont TV-Chefin Jachmann. Bei wichtigen Live-Übertragungen stünden die Filme sowieso automatisch auf der Startseite.

Das EU-Parlament setzt hingegen auf die Weite des Internets. Die Videos soll nach Angaben des Abgeordnetenhauses zusätzlich auf Webseiten von Bildungskanälen oder Schulnetzwerken, aber auch auf YouTube platziert werden. Vizepräsident Vidal-Quadras hält das für den Schlüssel zum Erfolg: «Wenn etwas einmal in dieser Welt ist, kann es Millionen von Menschen erreichen». Millionen EU-Bürger haben das Programm allerdings bislang ignoriert.

Internet: www.europarltv.europa.eu

Leipziger Games Convention mit neuem Konzept

Die Leipziger Computerspiele-Messe Games Convention weicht wegen der Abwanderung der Branchenführer nach Köln auf Online-Spiele aus. Vom 31. Juli bis zum 2. August geht die Messe als GC online mit einem neuen Konzept und neuen Partnern an den Start.

Leipzig werde die Plattform für den Markt der Online-Games-Branche, verkündete Messe-Chef Wolfgang Marzin am Donnerstag in Leipzig. Nachdem sich der frühere Partner, der Branchenverband BIU, aus Leipzig zurückgezogen hatte und nun eine Messe in Köln veranstaltet, ist es offensichtlich nicht gelungen, die Computerspielebranche in Konkurrenz zu Köln nach Leipzig zu locken.