Archive für 12.1.2009

Der kleinste PC der Welt

Dieser Rechner ist derart winzig, dass man ihn glatt in eine Streichholzschachtel stecken könnte. Klar, dass darauf nur Platz ist für eine einzige Taste! Und nahezu logisch, dass Eingaben nicht ganz unkompliziert sind, das kommt ganz auf die Fingerproportionen des Users an.

Aber in seiner Einfachheit ist der Technik-Däumling genial: Für ein «A» drückt man die Taste einmal, für ein «C» dreimal und für ein «Z» benötigt man 26 Mal. Will man ein Komma eingeben, hält man einfach die Taste vier Sekunden gedrückt - und muss dann nur noch schnell einen Morsecode eintippen. Trotzdem kann der nur wenige Gramm leichte Winzling angeblich alles, was man heutzutage von einem Computer erwartet, inklusive Musik abspielen und Hollywoodfilme präsentieren. Die Mini-PC Revolution ist in einem Youtube-Video zu sehen.

Man ahnt es aber schon: Kein echter Werbespot, sondern ein Sketch. Aber ein richtig guter mit dem britischen Comedian Peter Serafinowicz. Diese 1:17-min-Video-Humoreske verbreitet sich derzeit wie ein Lauffeuer im weltweiten Web, in Blogs und auf Youtube. Die Nummer nimmt die typischen Apple-Spots unterhaltsam auf die Schippe. «Hi, I’m Jon», heißt es am Anfang salbungsvoll intoniert, um nicht zu sagen texas-breit, und irgendwie wie von Steve Jobs persönlich. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, Serafinowicz trage sogar den legendären Rollkragenpullover des Apple-Chefs.

Zum Schluss demonstriert «Jon» für Sekundenbruchteile, dass selbst das Mactini in seiner Winzigkeit noch übertroffen werden kann - vom Mactini Nano. Das hat Maße wie der kleine Bruder eines Stecknadelkopfes.

Das Ringen um das zweite Konjunkturpaket

Das Ringen um das zweite Konjunkturpaket der Bundesregierung ist heute eines der Hauptthemen in den deutschen Tageszeitungen:

Die ‘Stuttgarter Zeitung’ meint:

Besser als ein Sammelsurium von Milliardengeschenken wäre es, die Maßnahmen zu konzentrieren: auf gezielte Investitionen und steuerliche Impulse, welche auf dem Lohnzettel überhaupt wahrnehmbar sind. Ansonsten wäre das Geld verpulvert. Wenn die Koalition sich verzettelt, wird Deutschland aus dieser Krise nicht gestärkt hervorgehen, wie die Kanzlerin verspricht. Von welchem ordnungspolitischen Kompass lässt sie sich eigentlich leiten?

Die «Financial Times Deutschland» aus Hamburg kommentiert:

Eine traurige Gewissheit über das zweite Konjunkturpaket der Regierung gibt es schon jetzt: Die geplanten 50 Mrd. Euro gegen die Rezession werden nicht so effektiv eingesetzt, wie es möglich wäre. Ein bisschen weniger Steuern hier, eine kleine Rolle rückwärts bei den Kassenbeiträgen da von keiner einzelnen Maßnahme geht eine große psychologische Wirkung aus. Auf diese kommt es aber an. Eine Entlastung der Bürger stützt die Konjunktur nur, wenn die sich auch tatsächlich entlastet fühlen. Gerade deshalb führt auch die Aussicht auf ein wenig mehr Netto in ein paar Monaten nicht dazu, dass jemand jetzt groß einkaufen geht. Dabei kommt es darauf an, die Spirale nach unten so schnell wie möglich zu stoppen.

Die «Kieler Nachrichten» schreiben:

SPD und Union stehen in der großen Gefahr, heute in einem gigantischen Kuhhandel ein Paket zu schnüren, das vor allem auf ihre Wiederwahl schielt und die dramatischen Folgekosten dabei völlig außer Acht lässt. Denn alle Argumente für höhere Freibeträge, niedrigere Steuern und Mehrausgaben für den Arbeitsmarkt hatten auch schon vor drei Jahren ihre Gültigkeit und wurden vom selben Regierungsbündnis vom Tisch gewischt. Deshalb klingen die schwarz- roten Be- und Erkenntnisse in diesen Tagen auch so hohl.

Die «Kölnische Rundschau» meint:

Bislang hatte es geheißen, der Staat wolle den Wettbewerb sichern, aber nicht unmittelbar eingreifen. Nun scheint sich vieles geändert zu haben - aber leider nicht aus sachlichen Erwägungen, sondern aus Taktik. Steuerentlastungen zum Beispiel sind populär. Wenn es aber nur noch darum geht, wie Politik gut aussieht, gibt es leider einen altbewährten Trick: Quantität statt Qualität. Gut möglich, dass am Ende der bloße Umfang des Konjunkturpakets beeindrucken soll, weil er Handlungskraft vortäuscht. In Wahrheit ist er Ausdruck der Schwäche, standhaft zu bleiben. Dass ein noch so großes nationales Konjunkturprogramm einer globalen Krise in einem exportabhängigen Land wirkungsvoll begegnen kann, ist Illusion. Was sich also abzeichnet ist eine Lösung zu Lasten künftiger Generationen.

|