Archive für 14.1.2009

Kronzucker erhält Medienpreis Goldener Prometheus

Der Fernsehjournalist Dieter Kronzucker (72) erhält für sein Lebenswerk den Medienpreis «Goldener Prometheus». Die Auszeichnung wird bei einer Gala des Medienmagazins «V.i.S.d.P.» am 19. Januar in Berlin überreicht.

Wie der Jury-Vorsitzende Hajo Schumacher der dpa mitteilte, wird ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender die Laudatio halten. Kronzucker prägte viele Jahre lang als Korrespondent und Moderator den Nachrichtenjournalismus im deutschen Fernsehen mit. Er berichtete für die ARD über den Vietnamkrieg und aus Lateinamerika, außerdem moderierte er das Auslandsmagazin «Weltspiegel». Danach gehörte der gebürtige Münchner beim ZDF zu den Gründern des «heute-journals». 1990 wechselte er zu Sat.1, wo er die Nachrichtensendung «Guten Abend Deutschland» moderierte und später die Büros in Washington und Brüssel leitete. Seit 2005 präsentiert der Vater zweier Töchter beim Nachrichtensender N 24 das Wissensmagazin «Kronzuckers Kosmos».

In die Schlagzeilen kam der Journalist, als 1980 seine beiden Töchter und ein Neffe entführt wurden. Sie kamen nach rund zwei Monaten gegen ein hohes Lösegeld wieder frei.

Der nicht dotierte «Goldene Prometheus» wird seit 2006 jährlich vergeben; 2008 wurde der ehemalige «Spiegel»-Reporter Jürgen Leinemann für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

www.goldener-prometheus.de

Tchibo und Esso stoppen Aktion Jedem den Seinen

Tchibo und Esso haben laut «Frankfurter Rundschau» nach einer Anfrage der Zeitung eine gemeinsame PR-Aktion gestoppt, die bundesweit an rund 700 Tankstellen unter dem Slogan «Jedem den Seinen» für Kaffeesorten warb.

Den Spruch «Jedem das Seine» hatten die Nationalsozialisten missbraucht: Er stand über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar. Geprägt hatte ihn der römische Staatsmann und Philosoph Cato der Ältere.

Tchibo-Sprecherin Angelika Scholz sagte der Zeitung, das Unternehmen habe «nie die Absicht gehabt, Gefühle zu verletzen». Sie räumte ein, der Slogan sei «unglücklich» gewählt. Esso-Sprecher Olaf Martin sagte, die beauftragte Werbeagentur habe die historische Bedeutung des Satzes offenbar nicht erkannt.

Salomon Korn, Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte dem Blatt, das Plakat sei entweder eine «nicht zu überbietende Geschmacklosigkeit» oder ein Beispiel «totaler Geschichtsunkenntnis».

In den vergangenen Jahren hatten mehrere Firmen den Slogan für Werbezwecke benutzt und sich später entschuldigt.

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