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Archive für 17.1.2009
Krieg in Gaza - Das ist die Wahrheit Isreal
17.1.2009 von Thilo Nordmeyer.
So unmittelbar ist Israels Fernsehpublikum bislang noch nie mit dem Leid der palästinensischen Zivilisten konfrontiert worden. Als der Moderator des privaten Channel 10 am Freitagabend, ähnlich wie schon in den Tagen zuvor, den palästinensischen Gynäkologen Issaldin Abu al-Aisch anrief, war dieser in panischer Verzweiflung.
“Meine Mädchen, oh Gott, sie haben meine Mädchen getötet”, schrie er gepeinigt in sein Mobiltelefon, mitten in der Live-Schaltung zur besten Sendezeit. “Warum, warum nur?” wiederholte er immer wieder.
Doktor Al-Aisch praktiziert sowohl im Krankenhaus von Gaza als auch in der Tel-Haschomer-Klinik nahe dem israelischen Tel Aviv. Er spricht fließend Hebräisch. Channel 10 schätzt ihn als Interviewpartner, weil er als zugeschalteter Gast der Abendnachrichten stets in sachlicher Weise über das Kriegsgeschehen zu berichten vermochte, wie er es in seinem Dorf Beit Lahia im nördlichen Gazastreifen beobachtete.
Doch als ihn der Channel-10-Moderator Schlomi Eldar am Freitag anrief, war das Haus des palästinensischen Arztes gerade von einer israelischen Granate getroffen worden. Drei seiner Töchter starben bei dem Angriff, zwei weitere seiner acht Kinder waren wie er selbst verletzt. Auch ein Bruder und zwei Neffen kamen ums Leben. Verzweifelt versuchte Al-Aisch, seine blutenden Kinder über den nahen, aber geschlossenen Grenzübergang Erez nach Israel zu bringen.
Moderator Eldar begriff sofort die Situation. “Ich hoffe, dass jeder, der uns hören kann, das Militär, das Rote Kreuz, diesen Menschen hilft”, rief er emotional in der laufenden Sendung.
Dank der Intervention des Senders konnte der Arzt schließlich mit den verletzten Kindern den Grenzübergang passieren. Eldar rief auch einen Sprecher des israelischen Militärs an, um herauszufinden, warum das Haus des Arztes beschossen worden war. Militante hätten von dort Raketen abgefeuert, lautete die Antwort. Al-Aisch, der immer noch zugeschaltet war, war fassungslos. “Diese kleinen Mädchen feuerten Lachen und Liebe und Frieden ab, sonst gar nichts”, sagte er.
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Rossmann ab März nicht mehr bei Sat.1
17.1.2009 von Thilo Nordmeyer.
Noch vor dem Umzug des Privatsenders Sat.1 nach München ist die in Berlin verbleibende Zentralredaktion in eine neue Gesellschaft ausgegliedert worden.
114 Mitarbeiter aus den Bereichen Redaktion, Producing, Planung, Recherche, Onlineredaktion und Zuschauerservice wurden zum 1. Januar in die neue Firma Maz & More GmbH überführt, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen des Nachrichtensenders N24. Das teilte die German Free TV Holding, zu der alle deutschen Sender des ProSiebenSat.1-Konzerns gehören, am Freitag mit.
Geschäftsführer der neuen Firma ist Torsten Rossmann (45), der auch die Geschicke von N24 verantwortet. Rossmann zieht sich zum 1. März 2009 von seiner Tätigkeit als Mitgeschäftsführer bei Sat.1 zurück - die Leitung des Senders liegt dann allein bei Guido Bolten (47). Die Firma Maz & More wird für Sat.1 täglich fünf Stunden Live-Programm wie das Frühstücksfernsehen und das Sat.1-Magazin am Vorabend produzieren. Die Redaktion wird von Jürgen Meschede (48) geführt. Die 20-Uhr-Nachrichten bei Sat.1 werden weiterhin von N24 hergestellt.
Der Sat.1-Umzug nach München soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Rund 350 Mitarbeiter sind davon betroffen. 225 Stellen sollen im Konzern, zu dem neben Sat.1 und N24 die Sender Kabel eins und ProSieben gehören, abgebaut werden. Nach dem Wechsel von Bolten, der zuvor Geschäftsführer von Kabel eins war, zu Sat.1 wurde Jürgen Hörner sein Nachfolger.
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«Held vom Hudson»
17.1.2009 von Thilo Nordmeyer.
Er wird als «Held vom Hudson» gefeiert: Chesley B. Sullenberger (57), der Pilot, der einen Airbus erfolgreich auf dem Hudson Fluss vor New York aufsetzte, hat 155 Menschen das Leben gerettet. Wie durch ein Wunder saß mit ihm genau der richtige Mann im Cockpit.
Sullenberger ist Experte für Flugsicherheit. Er hat insgesamt 40 Jahre Flugerfahrung. Nach Ausbildungen an der US-Luftwaffenakademie sowie an verschiedenen Universitäten war er Kampfpilot der Air Force. Seit 29 Jahren arbeitet «Sully», wie er von Kollegen genannt wird, bei der Fluggesellschaft US Airways.
Außerdem engagierte sich Sullenberger bei der Pilotenvereinigung (ALPA) als Ausbilder für Flugsicherheit und ermittelte für eine nationale Kommission bei Unfällen. Für US Airways hat er nach Medienberichten hunderte von Piloten in Sicherheitskursen ausgebildet. Zudem ist er geprüfter Segelflieger.
Als am Donnerstag kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen La Guardia die Triebwerke ausfielen, behielt er die Nerven. Kurz entschlossen entschied er, die Maschine auf dem Fluss zu «landen» - die beste aller schlechten Möglichkeiten. Das Aufsetzen auf dem Wasser glückte ihm so, dass weder das Flugzeug noch die Passagiere größeren Schaden nahmen. Seiner Frau Lorrie daheim in Kalifornien berichtete er kurz später am Telefon ruhig: «Hier gab es einen Unfall.» Seine Frau war eigenen Angaben zufolge zunächst nicht weiter beunruhigt. «Aber dann erzählte er mir die Umstände und mein Körper fing an zu zittern. Ich rannte raus und holte unsere Töchter von der Schule ab», berichtete sie dem US-Nachrichtensender CNN.
Sullenberger hat Medienberichten sogar eine eigene Beratungsfirma für Flugsicherheit. Dabei geht es um das Verhalten der Piloten ebenso wie um Sicherheitsstrategien der Fluggesellschaften und den Umgang mit Notfällen. Auf der Internetseite für «Safety Reliability Methods» heißt es, Sullenberger habe mit der US Air Force und den zivilen Flugsicherheitsbehörden bei zahlreichen Unfallermittlungen zusammengearbeitet.
Darüber hinaus habe er mit Wissenschaftlern der US-Weltraumbehörde NASA einen Leitfaden über Irrtümer in der Luftfahrt erstellt und als Gastdozent für Katastrophenmanagement an der Universität Berkeley bei San Francisco gearbeitet.
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