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Pionier der TV-Reporter: Lothar Loewe wird 80
<script type=”text/javascript”> var gaJsHost = ((”https:” == document.location.protocol) ? “https://ssl.” : “http://www.”); document.write(unescape(”%3Cscript src=’” + gaJsHost + “google-analytics.com/ga.js’ type=’text/javascript’%3E%3C/script%3E”)); </script> <script type=”text/javascript”> try { var pageTracker = _gat._getTracker(”UA-7484458-1″); pageTracker._trackPageview(); } catch(err) {}</script> Lothar Loewe gehört zu den «Pionieren» unter den deutschen Fernsehjournalisten, manche sehen in ihm sogar das «Schlachtross» in der Branche und nennen ihn einen «Reporter von Schrot und Korn».Das soll auch heißen, dass ein Loewe auch manchmal Krallen hat und nicht immer einfach «zu handhaben» ist im Umgang miteinander. Am Montag (9. Februar) wird Loewe 80 Jahre alt. Der geborene Berliner kann auf ein bewegtes berufliches Leben zurückblicken.Bekannt wurde Loewe vor allem durch seine direkte und unbekümmerte Art, die Dinge beim Namen zu nennen. «Ihren Mut und Ihre Kraft, als politischer Journalist auch in unbequemen Situationen Stellung zu beziehen, habe ich stets bewundert», meinte denn auch die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Dagmar Reim, in ihrem Glückwunsch zum 80. Geburtstag Loewes.So hat der Journalist mit einem Satz sogar «Fernsehgeschichte» geschrieben. «Hier in der DDR weiß jedes Kind, dass die Grenztruppen den strikten Befehl haben, auf Menschen wie auf Hasen zu schießen», sagte der frühere ARD-Korrespondent in Ost-Berlin in seiner direkten Art im Dezember 1976 in der «Tagesschau», die auch in weiten Teilen der damaligen DDR empfangen werden konnte. Es war die turbulente Zeit nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR nur einen Monat zuvor.«Gut gebrüllt, Loewe!», fanden manche Zuschauer. Das Maß ist voll, meinten dagegen die damaligen SED-Machthaber, die den missliebigen Journalisten schon lange loswerden wollten. Er war schon mehrfach verwarnt worden, beschattet wurde er sowieso. Loewe musste innerhalb von 48 Stunden die DDR als «unerwünschte Person» verlassen und passierte am Weihnachtsabend 1976 den Grenzübergang nach West-Berlin. Sein Nachfolger wurde der spätere WDR-Intendant Fritz Pleitgen. Nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR und den folgenden, in dieser Form und in diesem Ausmaß in der DDR noch nie dagewesenen Massenprotesten von Künstlern lagen die Nerven im SED-Politbüro blank.Aber Loewe war damals schon mit allen journalistischen Wassern gewaschen nach seiner Tätigkeit in Washington und Moskau. Loewe war also, als er im Dezember 1974 als Leiter des neu errichteten ARD-Studios nach Ost-Berlin kam, kein unerfahrenes «Greenhorn» unter den Korrespondenten mehr. Aber er galt auch als Heißsporn. Diese Eigenschaft wurde ihm wohl auf der späteren Stufe der Karriereleiter wieder zum Verhängnis, als er überraschend im März 1983 zum Intendanten des damaligen Senders Freies Berlin (SFB) gewählt wurde. Sein Führungsstil wurde zunehmend als ruppig und «ungewöhnlich autoritär» empfunden, so dass es schließlich zum «Aufstand» kam und Loewe im Mai 1986 den Rückzug antrat.Nach dem Fall der Mauer vor 20 Jahren wurde Loewe Hörfunkbeauftragter für den «Deutschlandsender Kultur» der DDR, der zusammen mit dem Kölner Deutschlandfunk und dem Berliner Sender Rias in ein neues nationales Hörfunksystem mit DeutschlandRadio und Deutschlandfunk überführt wurde. Aber der Journalist Loewe legte danach die Hände natürlich nicht in den Schoß, eine Eigenschaft, die einem unruhigen und umtriebigen Loewe ein Leben lang ziemlich fremd geblieben ist. Loewe trat immer wieder als Kolumnist oder auch als gern gesehener Zeitzeuge der Entwicklung in Ost und West auf. Als solcher schrieb er auch schon 1977 seine turbulenten DDR-Erinnerungen auf mit dem Titel «Abends kommt der Klassenfeind. Eindrücke zwischen Elbe und Oder».