Archive für August 2009

Wirtschaftlicher Striptease beim Schuldnerberater

Der 42-Jährige kommt im ärmellosen T-Shirt und bringt einen prall gefüllten Schnellhefter zum Schuldnerberater mit. Er ist vorbereitet, weiß, dass ihm ein «wirtschaftlicher Striptease» bevorsteht.

Der Arbeiter bei Bosch in Hildesheim ist einer von mehr als 21 000 Niedersachsen im Jahr, denen die Schulden über den Kopf wachsen und die professionelle Hilfe suchen. In der durchsichtigen Mappe mit gelbem Rand stapeln sich unbezahlte Rechnungen von Mobilfunk- und Internetanbietern, Rundfunkgebühren, Krankenhäusern sowie Mahnbescheide von einem Kreditkarteninstitut.

«Die Beträge sind für sich genommen nicht mal hoch, nur die Summe bereitet die Probleme», sagt der Leiter der Schuldnerberatung beim Diakonischen Werk Hildesheim-Sarstedt, Dieter Hohmann. Als erstes rät er, den teuren Handyvertrag endlich zu kündigen. «Ja, das werde ich dann wohl mal tun», ist die lapidare Antwort - eine von denen, die der gelernte Bankkaufmann Hohmann in 16 Dienstjahren schon oft gehört hat.

Der 50-Jährige muss immer wieder nachhaken, ehe die Klienten selbst etwas tun, um aus der Misere herauszukommen. Hohmann telefoniert mit den Gläubigern und sucht nach Lösungen, in seltenen Fällen übernimmt er auch die Kreditverhandlungen mit Banken. «Sollte alles scheitern, und es bleibt nur noch die Verbraucherinsolvenz, helfe ich auch bei dieser komplizierten Sache.» Von den im vorigen Jahr abgeschlossenen 158 Beratungen endeten gut ein Drittel mit der Verbraucherinsolvenz. In jedem fünfte Fall konnten sich die Beteiligten außergerichtlich einigen, ebenso viele brachen die Beratung ab.

Insgesamt gibt es in im Land Niedersachsen 75 geförderte Beratungsstellen. «Die Schuldnerberatung ist keine generelle gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommunen, sollte aber im Rahmen der Sozialhilfe ermöglicht werden», sagt Christian Geiger vom Niedersächsischen Städtetag. Land und Kommunen helfen bei der Finanzierung der für die Klienten kostenlosen Angebote der Wohlfahrtsverbände und Kirchen. Auch Spenden gibt es für die Beratungsstellen. Etwa ein Drittel der Ratsuchenden beziehen nach Angaben des Sozialministeriums Hartz IV und 16 Prozent Sozialhilfe. Zehn Prozent sind Rentner, und ein Drittel ist erwerbstätig.

Zweimal in der Woche bietet die Diakonie in Hildesheim «offene Sprechstunden» an, bei denen die Dringlichkeit geklärt wird. Im Vorjahr lag die Wartezeit im Schnitt bei sieben Tagen. «Die Fälle werden immer komplexer, dadurch ist die psychologische Belastung immens groß. Da können wir nicht wochenlang warten», betont Hohmann.

«Ich bin seit Monaten in Kurzarbeit mit deutlich weniger Einkommen», begründet der 42-Jährige sein finanzielles Schlamassel. Ein Blick in seine Akte zeigt, dass monatelange Alkoholexzesse und anschließende Therapien den Abstieg beschleunigt haben. Zwei Ehen hat er hinter sich und ein Verfahren wegen Unterhaltszahlung für sein Kind steht noch an.

Petra Josy, Fachreferentin für Schuldnerberatung bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sagt: «Oft ist nicht klar: Trinkt jemand, weil er Schulden hat oder hat er Schulden, weil er trinkt.» Allerdings kämen immer häufiger Menschen unverschuldet in eine finanzielle Notlage. «Durch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder auch Krankheit können viele ihren Lebensplan nicht mehr einhalten», sagt die Expertin.

Dabei sind es manchmal einfache Tipps, die helfen, das Geld zusammenzuhalten. «Wer 60 Filterzigaretten am Tag raucht und partout nicht davon lassen kann, soll selbst drehen, das ist billiger», sagt Sozialpädagogin Anja Hoppe. Auch das Einkaufen müssten viele erst lernen. «Sie kaufen immer wieder am Kiosk um die Ecke, statt bei dem deutlich günstigeren Discounter.» Zudem treibe viele der Reiz, sich mit Ratenkäufen Luxusgüter zu leisten, in die Schuldenfalle. «Geld für Schulbücher oder den Schulausflug der Kinder ist dann oft nicht mehr da», sagt Hoppe.

Finanzberater können Ihnen helfen - stöbern Sie in den Kundenbewertungen von WhoFinance.de und finden Sie den passenden Finanzberater noch heute. Mehr dazu unter www.WhoFinance.de

Neue Besetzung für die Kochprofis

Wer von Woche zu Woche immer «Die Kochprofis - Einsatz am Herd» auf RTL II guckt, wird sich an diesem Montag (20.15 Uhr) vielleicht wundern. Die Besetzung hat sich nämlich geändert.

Wegen Unstimmigkeiten zur künftigen Entwicklung der Sendung hatte die alte Crew am Herd RTL II verlassen und wechselte geschlossen - bis auf eine Ausnahme - zum Konkurrenten Vox. RTL II sorgte für Ersatz, und das Publikum wird sich mit Frank Oehler, Andreas Schweiger, Oliver Mik und Mike Süsser an ein neues Koch-Team gewöhnen müssen.

Bei Vox wird die alte Mannschaft eine neue Sendung («Die Küchenchefs») bekommen - der Sendestart soll im Herbst sein. Der Streit mit den alten Köchen ist für RTL II abgehakt. «Es geht heute um sehr viel mehr als das Kochen», sagt Redakteurin Nadia Wölfel, bei RTL II verantwortlich für «Die Kochprofis - Einsatz am Herd». In der Sendung versuchen Profi-Köche, innerhalb weniger Tage heruntergekommene Restaurants aufzumöbeln.

Schon vor einiger Zeit wurden die «Kochprofis» umgebaut. Heute geht es stärker um die Menschen und ihre Schicksale, erklärt Wölfel. «Die Köche haben eher die Funktion von Coaches bekommen. Letztendlich erzählen wir die Geschichte der Menschen, um die es geht.» Für «Kochprofi» Andreas Schweiger haben die Sendungen noch einen anderen positiven Effekt. «Ich finde es einfach schön, dass der Beruf Koch einen anderen Stellenwert bekommen hat. Das einzige, was ich an Jamie Oliver gut finde: Er hat das verschwitzte, kräftige Bild vom Koch geändert.»

Er habe sich am Anfang immer ein bisschen geschämt, wenn die Leute ihn gefragt hätten: «Und was machst Du von Beruf? Koch, Schnitzel und so?», sagt Schweiger. «Das Verständnis, dass es da riesige Unterschiede gibt, war früher nicht so groß. Das wurde dann im Fernsehen ziemlich breitgetreten, dass das eigentlich ganz coole Typen sind, die ziemlich kreativ sind - dass das eigentlich mehr Künstler sind. Das fand ich sehr schön.»

Für die vier neuen «Kochprofis» sind Kochsendungen ein Evergreen - auch wenn sie selber den Überblick über all die Shows schon verloren haben. Kochen werde die Menschen eben immer faszinieren, ist Mike Süsser überzeugt: «Wo finden denn ihre besten Partys statt? In der Küche, oder? Essen ist alles. Das ist Romantik, Kommunikation, Fröhlichkeit, Sinne werden angeregt. Jeden interessiert Essen.»

Geldautomaten und Online-Banking für Ältere suspekt

eldautomaten und Online-Banking stoßen bei vielen Senioren nach wie vor auf wenig Wertschätzung. Ein Drittel der 60- bis 69-Jährigen und knapp jeder zweite im Alter ab 70 Jahren lässt sich Bargeld lieber vom Bankangestellten auszahlen.

Das ergab eine repräsentative Studie der GfK-Marktforschung in Nürnberg. Und fast neun von zehn Bundesbürgern ab 60 Jahren nutzen demnach kaum die Möglichkeiten des Online-Bankings.

Fast die Hälfte der Menschen ab 60 und mehr als zwei Drittel ab 70 Jahren beauftragt für Geldgeschäfte jeglicher Art meist einen Bankangestellten. Die Studie hatte die in Baierbrunn bei München erscheinende Zeitschrift «Senioren Ratgeber» in Auftrag gegeben.

Gute Finanzberater finden Sie unter www.WhoFinance.de!