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EM-Auftaktsieg für deutsche Fußball-Frauen

Dieser Eintrag stammt von Thilo Nordmeyer Am 25.8.2009 @ 10:44 In Nordmeyer | Keine Kommentare

Nach dem erst in der furiosen Schlussphase mit drei Toren in fünf Minuten herausgeschossenen 4:0 (1:0)-Auftaktsieg über Norwegen in Tampere geht die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bei der Fußball-EM in Finnland die nächsten Aufgaben noch selbstbewusster und gelassener an.

«Dass wir das zweite Tor solange nicht machen, tut meinen Nerven gar nicht gut. Aber unter dem Strich bin ich mit der Leistung der Mannschaft sehr zufrieden. Dass sie die taktischen Vorgaben so gut umsetzt, ist absolut genial», bilanzierte die sichtlich erleichterte DFB-Cheftrainerin Silvia Neid nach dem ersten großen Schritt Richtung EM-Titelverteidigung.

«Hier mit drei Punkten und vier Toren gegen einen starken Gegner zu starten, tut sehr gut. Aber wir können uns jetzt nicht zurücklegen und werden uns genauso konzentriert auf das zweite Spiel gegen Frankreich vorbereiten», ergänzte Neid nach der erfolgreichen Neuauflage des EM-Finals von 2005 in England (3:1 für Deutschland). Gegen die Französinnen, die anschließend 3:1 (1:1) gegen Island gewannen, kann das deutsche Team als Spitzenreiter der Gruppe B schon den Viertelfinal-Einzug perfekt machen.

Nach der Führung durch einen von Linda Bresonik verwandelten Foulelfmeter (33.) mühte sich die DFB-Elf vor 6552 Zuschauern lange vergebens um das zweite Tor. Der Knoten platzte erst kurz vor Schluss: Die eingewechselten Fatmire Bajramaj mit einem Doppelschlag (90./90.+4) und Anja Mittag (90.+2) sorgten für den späten Jubel. «Es gibt eben solche Tage, da will der Ball einfach nicht über die Linie. Aber das 4:0 ist nun eine gute Ausgangsbasis», resümierte Rekordnationalspielerin Birgit Prinz, die wie ihre Kolleginnen zuvor zahlreiche Großchancen ausgelassen hatte. «In der 89. Minute hätten wir sogar das 1:1 kriegen können. Das wäre sehr schade gewesen», betonte Neid nach dem 14. Erfolg (13 Niederlagen) im 32. Duell mit den enttäuschenden Norwegerinnen, deren überragende Torhüterin Ingrid Hjelmseth ein komplettes Debakel verhinderte.

Deutschland begann mit der erwarteten Startelf. Für Weltmeisterin Simone Laudehr, die nach einer Bänderverletzung im Knie noch Trainingsrückstand aufweist, rückte die später zum «Player of the match» gewählte 19-jährige Kim Kulig vom Hamburger SV ins defensive Mittelfeld. Das Abwehrzentrum bildeten Annike Krahn und Ariane Hingst. Doch die Defensive war über weite Strecken gar nicht gefordert, weil der sechsmalige Europameister den Gegner in dessen Hälfte einschnürte und angetrieben von Bresonik und Kulig Angriff um Angriff startete. Die taktische Vorgabe, im Mittelfeld die Kopfball- Duelle zu gewinnen und eigene Aktionen über die Außen zu kreieren, setzte die Elf hervorragend um.

Schon in der 3. Minute hatte Stürmerin Inka Grings Pech bei einem Schuss neben das Tor. Weitere Chancen folgten im Minutentakt. Doch es dauerte bis zur 33. Minute, bis Bresonik die verdiente Führung gelang. «Wir haben uns das Leben lange selbst schwer gemacht», gestand die Duisburgerin, die nach einem Foul von Maren Mjelde an Prinz den fälligen Strafstoß verwandelte. Doch danach konnte Torfrau Hjelmseth - nach dem Rücktritt von Bente Nordby und der Verletzung von Erika Skarbö eigentlich nur die Nummer drei in Norwegen - trotz zahlreicher hochkarätiger Chancen zunächst nicht mehr überwunden werden. Erst als das Spiel schon fast zu Ende war, gab es das nicht mehr erwartete Schützenfest und den souveränen Starterfolg des DFB- Teams, das noch nie ein EURO-Auftaktmatch verloren hat und nun seit 21 EM-Spielen ungeschlagen ist.


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