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Archive für August 2009
WM-Schub für Berlin in der Welt
24.8.2009 von Thilo Nordmeyer.
Das Image von Berlin hat durch die Leichtathletik- WM nur drei Jahre nach der Fußball-WM noch einmal einen großen Schub bekommen. Diese positive Bilanz zog Berlins Tourismuschef Burkhard Kieker.
«Vor allem die Geher und die Marathonläufe durch die Stadtmitte waren ein nicht zu übertreffender Idealfall», sagte Kieker in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Berliner hätten «Perfektion und Herz» gezeigt. Kritik übte Kieker am WM- Werbekonzept und an der aus Sicht der Berlin-Werber anfangs mangelnden Präsenz des Großereignisses im Stadtbild.
Der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) wies darauf hin, dass es von der Tourismusbranche, der Politik und auch vom Regierenden Bürgermeister Hinweise an das Organisationskomitee für bessere Lösungen gegeben habe. Diese seien aber nicht ausreichend beachtet worden.
«Das Werbekonzept und das sogenannte City-Dressing hat nicht richtig funktioniert», sagte Kieker. Die Präsenz der WM im Stadtbild hätte besser sein müssen. Besonders in der ersten WM-Hälfte waren im Olympiastadion viele Plätze leergeblieben. Für zukünftige Großveranstaltungen werde Berlin «als Grundgerüst ein Konzept entwickeln und dem jeweiligen Veranstalter empfehlen».
Insgesamt sei die WM aber ein großer Erfolg für Berlin und den Tourismus gewesen. «Die Begeisterung im Stadion und auf den Straßen hat sich auf die Welt übertragen», sagte Kieker. «Ich gratuliere den Organisatoren vor allem für die Idee, Wettkämpfe in den Stadt zu tragen.» Die Stimmung am Brandenburger Tor und im Stadion sei von Anfang bis Ende «sympathisch und stets authentisch» gewesen. Berlin habe das Glück der «Dopplung von Großereignissen mit der Fußball-WM 2006 und der WM 2009». Damit habe sich Berlin «in die Herzen und das Bewusstsein der Welt gespielt».
Die Leichtathletik-WM sei für die Stadt auch «ein Bombengeschäft». Kieker sagte: «Plakatieren Sie mal ein Ereignis in 190 Länder und senden dort überall TV-Spots, und dann bezahlen Sie das. Das ist unbezahlbar.» Die Ausgaben der WM-Besucher hätten außerdem zusätzlich bis zu 120 Millionen Euro eingetragen. «Berlin hat allein 20 Millionen Euro zusätzlich an Steuer- und Gebühreneinnahmen erzielt.» Auch im wirtschaftlichen Bereich habe Berlin «einen Elfmeter verwandelt».
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Der Held ist müde: Selbst Bolt hat seine Grenzen
21.8.2009 von Thilo Nordmeyer.
Selbst der «Außerirdische» ist manchmal ein normaler Mensch. Nach seinem zweiten Titel und dem nächsten Fabelweltrekord bei der Leichtathletik-WM in Berlin wollte Usain Bolt nur noch eines: ins Bett.
Auf die Frage, wie er denn die fantastischen 19,19 Sekunden über 200 Meter und seinen Geburtstag zu feiern gedenke, sagte der nun 23 Jahre alte Jamaikaner: «Indem ich sehr, sehr lange ausschlafe.»
Usain Bolt ist erschöpft. «Ich bin sehr müde», sagte er nach dem Rennen, und seine Zuhörer sahen ihm das an. Seine Gags, seine Sprüche, die theatralischen Gesten, all das wirkte bei ihm nur noch wie auf Sparflamme im Vergleich zu den Tagen davor. Inklusive Vor- und Zwischenläufen ist Bolt seit dem WM-Beginn schon acht Rennen gelaufen, das macht insgesamt 1200 Meter im Sprinttempo in nur sechs Tagen. Die wurden ihm zwar mit 320 000 US-Dollar allein an Sieg- und Weltrekordprämien reichlich entlohnt, strengten ihn aber trotzdem an. Über die 200 Meter musste er zum ersten Mal für einen Weltrekord kämpfen. Auf der Zielgeraden biss er sichtbar auf die Zähne.
Selbst einem Usain Bolt fliegt nicht alles zu. Wenigstens das nahm die einmal mehr demontierte Konkurrenz aus diesem Rennen mit. Alonso Edward aus Panama hatte als Zweitplatzierter 62 Hundertstel Rückstand, Bronzemedaillen-Gewinner Wallace Spearmon (USA) 66. Noch nie in der WM-Historie ist ein Finale über 200 Meter eine derart eindeutige Sache gewesen. Die Frage ist deshalb: Wo liegen Bolts sportliche Grenzen, wenn er schon im übermüdeten Zustand Leichtathletik-Geschichte schreibt? «Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen: Alles ist möglich», antwortete der Jamaikaner darauf.
Die Weltpresse sieht das genauso und überschlug sich auch nach seinem zweiten WM-Triumph. «Mr 200 000 Bolt», titelte «L’Équipe» (Frankreich). «Marca» (Spanien) nannte ihn einen «Außerirdischen». Am 22. August kann das «Jahrhundert-Phänomen» («Daily Telegraph») mit der jamaikanischen Sprintstaffel seine dritte Goldmedaille in Berlin gewinnen. «Ich bin bereit für einen neuen Weltrekord», sagte er.
Bereits seit Wochen wird Bolt gefragt, ob das auch für die 400- Meter-Strecke gilt. Ex-Olympiasieger Michael Johnson (USA) traut ihm zu, auch seinen zehn Jahre alten Weltrekord über diese Distanz zu brechen. Der deutsche Bundestrainer Rüdiger Harksen sagte, dass Bolt alle Voraussetzungen habe, «um der beste 400-Meter-Läufer aller Zeiten zu werden». Er ist groß gewachsen (1,96 Meter) und hat extrem lange Beine. Sein Beschleunigungs-Vermögen käme laut Harksen über längere Strecken noch besser zum Tragen als über 100 Meter.
Noch scheint Bolt das egal zu sein. «Ich habe im Moment keine Motivation, den 400-Meter-Weltrekord zu brechen», sagte er. «Mein Coach müsste mir schon einen richtig guten Grund geben, um hart für diese Strecke zu trainieren.» Die Argumente gegen einen Wechsel vom Kurzsprint auf die Stadionrunde liegen auf der Hand: Der Jamaikaner müsste dafür sein Training und seinen Rhythmus umstellen. Außerdem bringt sie nicht annähernd so viel Prestige und Aufmerksamkeit wie die 100 Meter. «Ich will eine Legende werden, das ist mein Ziel», sagte Bolt. Nach drei Olympiasiegen, zwei WM-Titeln und fünf Weltrekorden braucht er die 400 Meter dafür nicht mehr.
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WM Feeling in Berlin
18.8.2009 von Thilo Nordmeyer.
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