Archive für 21.9.2009

Post von der Bank: EU-Richtlinie bringt Änderungen

Viele Haushalte haben derzeit einen dicken Brief von ihrer Bank oder Sparkasse in der Post. Darin finden sie eine neue Fassung der «Allgemeinen Geschäftsbedingungen» (AGB) - und erschrecken möglicherweise.

Denn das Schreiben umfasst oft mehrere Dutzend Seiten. Ein Grund zur Panik sind die Neuerungen nicht. «Im normalen Bankenverkehr ändert sich für die Leute eigentlich nichts», sagt Michelle Schmitz vom Bundesverband Deutscher Banken in Berlin. Der Hintergrund der Änderungen ist ein neuer gesetzlicher Rahmen für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs von Ende Oktober an.

Das Kernstück für Verbraucher: Der mögliche Schaden für Bankkunden nach einem Kartenverlust oder Betrug beim Online-Banking soll geringer werden. Mit dem Inkrafttreten der neuen Geschäftsbedingungen vom 31. Oktober an verlieren sie maximal 150 Euro, sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin. Bislang haben Kunden bei Mitverschulden mit bis zu 500 Euro pro Tag haften müssen. Das war der Fall, wenn sie etwa ihre PIN im Geldbeutel aufbewahrt und damit ihre Sorgfaltspflicht verletzt haben. Beim Online-Banking musste der Kunde den Schaden bisher ganz tragen.

Etwas sorgfältiger sollten Verbraucher künftig bei Überweisungen sein, sagt Roth. Denn künftig werden sie allein anhand der Kontonummer und Bankleitzahl ausgeführt. Mit dem Namen des Empfängers werden diese nicht mehr abgeglichen - die Fehlergefahr steigt. Eine weitere Änderung sei, dass die Widerspruchsfrist von sechs Wochen auf zwei Monate verlängert wird.

Die Sparkassen verschicken bereits die neuen AGBs, ebenso viele private Banken, die im Bankenverband organisiert sind. Aber auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) bestätigte auf Anfrage, dass die Institute derzeit Schreiben versenden oder vorbereiten. «In den Volks- und Raiffeisenbanken wird vom 1. Oktober an eine Kundeninformation ausgelegt. Oder die Banken verschicken sie oder händigen sie den Kunden aus», sagt BVR-Sprecher Steffen Steudel. Die einzelnen Institute könnten das nach eigener Entscheidung handhaben. Damit setzen die Institute eine weitere Stufe der Europäischen Zahlungsdiensterichtlinie um.

Sie soll zur Vereinheitlichung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs beitragen und sieht nun auch einen einheitlichen Rechtsrahmen für grenzüberschreitende Lastschriften vor, erläutert die Postbank in Bonn. Seit Ende Januar 2008 gelten bereits einheitliche Standards für grenzüberschreitende Überweisungen.

Vom Namen «Single European Payments Area» rührt dabei die unter Fachleuten verbreitete Abkürzung «SEPA» her. Entsprechend heißt die neue Lastschrift auch «SEPA-Lastschrift» oder «SEPA Direct Debit» - kurz «SDD» genannt. Wann gegebenenfalls in einem dritten Schritt die nationalen Zahlungsverfahren eingestellt werden, ist laut der Postbank derzeit noch nicht absehbar.

Für die SEPA-Lastschrift müssen sich Kunden neue Kennziffern ihrer Vertragspartner angewöhnen, sofern sie das nicht schon mit dem Start der SEPA-Überweisung getan haben. Die Internationale Kontonummer (IBAN) kann bis zu 34 Stellen, die Internationale Bankleitzahl (BIC) bis zu 11 haben. Bei internationalen Zahlungsvorgängen müssen künftig diese Kennungen verwendet werden.

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«30 Rock» und «Mad Men» Gewinner der Emmys

Die Sitcom «30 Rock» und die Dramaserie «Mad Men» haben bei der Verleihung der Fernsehauszeichnungen Emmys erneut die Top-Preise gewonnen.

Der Blick hinter die Kulissen einer chaotischen Fernsehshow aus der Feder von Tina Fey wurde in der Nacht zum Montag in Los Angeles bereits zum dritten Mal in Folge als beste TV-Komödie geehrt.

Die «Mad Men» der Werbeagentur im New York der frühen 60er Jahre nahmen wie auch im vergangenen Jahr den US-Fernsehpreis für das beste Drama mit nach Hause. Das deutsche Supermodel Heidi Klum ging dagegen leer aus: Sie musste in der Kategorie bester Moderator einer Reality- Show («Project Runway») den Gewinn an Jeff Probst von «Survivor» abtreten.

«Danke, dass ihr uns immer noch Sendezeit gebt, auch wenn wir so viel teurer sind als eine Talkshow», scherzte Fey in ihrer Dankesrede. Sie selbst verlor ihre Chance auf einen Emmy als beste Comedy-Schauspielerin überraschenderweise an Toni Collette, die für ihre Rolle als Hausfrau mit multipler Persönlichkeit in «United States of Tara» geehrt wurde.

Stattdessen konnte sich Fey über eine Statue für ihre beißende Parodie der früheren republikanischen Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin in «Saturday Night Live» freuen. Ihr Kollege Alec Baldwin nahm für seine Hauptrolle als Vizepräsident Jack Donaghy («30 Rock») einen Preis als bester Comedy-Schauspieler entgegen.

Glenn Close gewann ihren zweiten Emmy für die Verkörperung der unberechenbaren Staranwältin Patricia Hewes in der Krimiserie «Damages - Im Netz der Macht». Hollywood-Star Jessica Lange bekam eine Trophäe für ihre Rolle als «Big Edie», die exzentrische Verwandte der früheren First Lady Jackie Kennedy, in dem von Kritikern hochgelobten Fernsehfilm «Grey Gardens» überreicht.

Die Emmys wurden zum 61. Mal von der Amerikanischen Fernsehakademie verliehen.

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